Ungeteilte Aufmerksamkeit ist der Herbstzeitlosen gewiss, wenn sie von Ende August bis in den November hinein ihre zarten, kelchartigen, rosa- bis hell violettfarbenen Blüten präsentiert. Gärten, Parkanlagen, Wiesen, Weiden und lichten Auwäldern verleiht die aufgrund ihres Erscheinungsbildes auch Herbstkrokus genannte Pflanze in dieser Zeit Farbe. Trotz ihres hohen Zierwertes ist Colchicum autumnale mit Vorsicht zu genießen, denn sämtliche Teile des Spätblühers sind stark giftig.
Herkunft von Colchicum autumnale
Die in Süd- und Mitteleuropa heimische und bis in den ostasiatischen Raum verbreitete Herbstzeitlose zählt zur Gattung Colchicum, einer etwa 65 Arten umfassenden Gattung, die zur Familie der Zeitlosengewächse gehört. Ihren Namen verdankt die auch als Herbstlilie, Wiesensafran oder Giftkrokus bekannte Knollenpflanze der Besonderheit, außerhalb der Blütezeit anderer Pflanzen zu blühen. Die Jahreszeiten scheinbar ignorierend, setzt in den Herbstmonaten die Blüte ein, worauf im darauffolgenden Frühjahr die Laub- und Fruchtbildung folgt. Aus diesem Grund wird die Pflanze im Volksmund auch Sohn-vor-dem-Vater genannt.
Der ideale Standort für Herbstzeitlose
Die Herbstzeitlose bevorzugt eine sonnige bis halbschattige sowie windgeschützte Lage. Sie mag es warm, aber nicht zu heiß. Ist es zu schattig, nimmt ihre Blühfreudigkeit ab. Ideale Wachstumsbedingungen findet die Pflanze in leicht sauren, gut durchlässigen und nährstoff- sowie humusreichen Böden, die frisch bis wechselfeucht sind. Ein zu trockenes Frühjahr und zu feuchter Sommer gefällt der häufig in Stauden- und Steingärten kultivierten Herbstzeitlosen nicht. Wer mit der Knollenpflanze einen ansprechenden Farbkontrast im Rasen schaffen möchte, sollte darauf achten, das sich im Frühjahr bildende, dem Tulpenblatt ähnliche Laub nicht abzumähen.
Herbstzeitlose Zwiebeln pflanzen
Um sich noch im Herbst desselben Jahres an der krokusähnlichen Blüte zu erfreuen, setzen Sie die Zwiebeln der Herbstzeitlosen idealerweise von Juli bis September. Je nach Bodentemperatur zeigen sich die zarten Blüten nach vier bis sechs Wochen. Sofern der Wunsch besteht, dass die Blüte zeitgleich mit der Laubfärbung der Gehölze einsetzt, ist eine entsprechend spätere Pflanzung vorzunehmen. Die Herbstzeitlose-Blumenzwiebeln werden etwa 10 bis 12 cm tief in die Erde gesetzt. Sollte der Boden sehr trocken sein, empfiehlt sich eine tiefere Pflanzung. Ein Abstand von etwa 20 cm zwischen den einzelnen Knollen schafft Platz für die sich in den folgenden Jahren entwickelnden Tochterknollen. In kleinen Gruppen gepflanzt, wirken die Spätblüher besonders attraktiv. Eine gründliche Wassergabe sorgt für einen guten Wachstumsstart.
Die richtige Pflege von Colchicum
In Hinblick auf die Pflege erweist sich die Herbstzeitlose als eher anspruchslos. Es genügt, die elliptischen, spitzen, glänzenden, etwa 25 cm langen Blätter nach dem Vergilben im Sommer zu entfernen. Die Vermehrung erfolgt über Tochterknollen, die sich jedes Jahr neben der Hauptknolle entwickeln. Die Tochterknollen schieben neue Blüten. Während die alten Knollen im Laufe der Zeit absterben, gewinnen die neuen an Kraft.
Herbstzeitlose als Giftblume
Bei der Herbstzeitlosen handelt es sich um eine Pflanze, bei der sämtliche Pflanzenteile giftig sind. Ihr Saft enthält Colchicin, ein Gift, das schon in geringer Menge lebensbedrohlich ist. Gefährlich wird die Herbstzeitlose vor allem für Menschen, die die Pflanze nicht von Bärlauch zu unterscheiden wissen, dessen Blattform jener der Giftpflanze ähnelt. Werden die giftigen Blätter aus Versehen verzehrt, treten wenige Stunden später typischerweise Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Atemlähmung und Herz-Kreislaufversagen auf.
Die Herbstzeitlose ist eine beliebte Knollenpflanze, die in kleinen Gruppen Gehölzsäume, Blumenwiesen und Rasenflächen ziert. Nachdem die Knolle im Spätsommer in den Boden gesetzt wurde, zieht die krokusähnliche Blüte in den Herbstmonaten alle Blicke auf sich.








