Die Gemeine Drachenwurz, botanisch Dracunculus vulgaris, sieht mit ihren üppigen Laubblättern, der ungewöhnlichen Blütenform und einer aparten Blütenfarbe exotisch aus. Sie bereichert die Vielfalt eines Halbschattengartens und setzt überraschende Effekte auf besonnten Lagen im Frühsommer. Nach der Blüte ziert sie durch einen auffälligen Samenstand.
Die Herkunft von Dracunculus
Im östlichen Mittelmeergebiet ist das Stammgebiet der Drachenwurz zu finden und das Kerngebiet zieht sich bis in die westlichen Regionen von Korsika und Sardinien. In lichten Wäldern, an Gebüschsäumen und in Bodensenken hat sich die Gemeine Drachenwurz in vielen Bereichen verbreitet.
Sie ist eine krautige und ausdauernde Pflanze, die jährlich zur Sommerzeit Blätter und Blüten treibt. Wegen ihrer auffallenden Blüte wird sie zur Gartengestaltung genutzt. Sie belebt Flächen und Abhänge mit Sträuchern und verholzenden Kräutern.
Bläter und Blüten von Drachenwurz
Eine grüne Bodenrosette kennzeichnet den Standort der Gemeinen Drachenwurz. Ihre Blätter sind gesteilt, handförmig zerteilt und die Einzelblätter haben eine lanzettliche Form. Weißliche Flecken zieren die grünen Pflanzenteile.
Zwischen Mai und Juli erscheint der Blütenstand, der aus einem großen, trichterförmigen Hüllblatt und einem Kolben besteht. Das Hüllblatt (Spatha) ist auf der Innenseite braun-violett, auf der Außenseite grünlich gefärbt und besitzt einen gewellten Rand. Im Inneren sitzt der Kolben (Spadix) mit männlichen und weiblichen Blüten, aus denen sich schwarz-violette Beeren entwickeln. Die Pflanze erreicht eine Höhe zwischen 60 und 100 Zentimeter.
Eine neue Drachenwurz pflanzen
Mit abgeflachten, rundlichen Knollen besitzt die Pflanzenart ein ausdauerndes Organ, das sie mit Wasser und Nährstoffen versorgt und mit dessen Hilfe die Pflanze überwintert. Die Knolle treibt jährlich Rhizome, aus denen neue Pflanzen wachsen. Mit den Jahren entsteht ein dichter, horstiger Bestand.
Die Drachenwurz benötigt einen nahrhaften, feuchten Boden mit gutem Wasserabfluss. Staunässe lässt die Knollen faulen. Die Erde darf aus Sand, Kies, Steinen mit Lehm und Kalkanteilen bestehen. Pflanzzeit ist das Frühjahr. Werden die Bedingungen beim Drachenwurz pflanzen beachtet ist sie robust.
Die Pflege von Drachenwurz
Auf einem passenden Standort ist die Pflege unkompliziert. Drachenwurz liebt warmen Boden und warme Luft. Auf sonnigem Standort mit ausreichender Feuchtigkeit entwickeln sich prächtige Dracunculus.
Entsprechend ihrer Herkunft ist Dracunculus für die meisten Klimazonen in Mitteleuropa geeignet. Eine Gabe Kompost im Frühjahr reicht für ihre Entwicklung.
Junge Pflanzen und frisch gesetzte Exemplare sind für einen Winterschutz aus Laub dankbar. In rauen Lagen mit Kahlfrost wird die Knolle aus dem Boden genommen und frostfrei in Sand überwintert. Eine ganzjährige Kultivierung ist in großen Töpfen und Kübeln ist möglich.
Der Geruch von Dracunculus
Blätter und Blüten von Drachenwurz machen durch einen intensiven Geruch auf sich aufmerksam. An den Blättern entsteht bei Berührung ein herber Geruch. Für den starken Geruch von Dracunculus ist die Blüte verantwortlich. Das Hüllblatt ist anfangs geschlossen und steht aufrecht. Der obere Teil öffnet sich, neigt sich zur Seite und gibt den Kolben frei. Dem offen liegenden Kolben entströmt ein eindringlicher Aasgeruch, den überwiegend Aasfliegen lieben und die Blüten aufsuchen.
Für menschliche Nasen ist das Aroma unangenehm und hält während der Blütezeit des Gewächses an. Die Eigenart sollte bei der Auswahl des Pflanzenstandortes berücksichtigt werden.
Dracunculus vulgaris eignet sich für Gartenanfänger und erfahrene Gärtner und benötigt geringe Pflege. Die Drachenwurz ist eine schöne Bereicherung in Beeten mit Blattschmuckpflanzen und sie wird zum kontrastreichen Hintergrund von Ziergräsern. In einer Blickachse des Gartens erweist sie sich als eleganter, optischer Anziehungspunkt.








