Ein bunt blühender Garten, in dem Bienen summen und brummen, ist der Inbegriff von sommerlicher Gemütlichkeit. Leider hat in den letzten Jahren die Zahl der Insekten deutlich abgenommen. Es gibt aber einige einfache Mittel, mit denen ein Garten bienenfreundlich und zugleich optisch ansprechend gestaltet werden kann.
Gelebter Naturschutz: Wieso Bienen schützen?
Seit etwa zehn Jahren macht sowohl in vielen Ländern Europas das sogenannte Bienensterben Schlagzeilen. Davon betroffen sind nicht nur die bekannten Honigbienen, die von Imkern in Bienenstöcken gehalten werden, sondern auch die Wildbienen, die eigentlich in jedem Garten heimisch sind. Einige Arten sind sogar bereits vom Aussterben bedroht. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Neben dem Einsatz von Pestiziden und verschiedenen Krankheiten und Parasiten, die die Bestände schwächen, spielt auch das schwindende Nahrungsangebot in den allzu aufgeräumten Gärten eine große Rolle. Durch eine passende Bepflanzung kann aber Bienen und anderen Insekten eine geeignete Lebensgrundlage geboten werden.
Nützliche Helfer: Bienen im Garten
Bienen zu schützen ist aber nicht nur aus Naturschutzgründen wichtig und sinnvoll. Die kleinen Insekten, von denen es in Mitteleuropa mehr als 600 verschiedene Arten gibt, sind auch äußerst nützliche Gartenhelfer. Da sie eine Vielzahl von Blüten besuchen und dabei deren Nektar sammeln, sind sie bei zahlreichen Obst- und Gemüsearten für die Bestäubung unerlässlich. Gerade Gartenbesitzer, die neben einem Ziergarten auch einen Nutzgarten ihr eigen nennen und auf eine reiche Ernte hoffen, können durch die Ansiedlung von Bienen, Hummeln und dergleichen ihren Ertrag deutlich steigern. Aber auch in Ziergärten kann eine lebendige Insektenwelt dazu beitragen, dass sich die Blütenpracht immer wieder erneuert.
Gartenpflanzen für Bienen
Da insbesondere Wildbienen von Natur aus perfekt an die örtliche Flora angepasst sind, sollten bei der Gestaltung des Gartens möglichst viele einheimische Pflanzenarten berücksichtigt werden. Außerdem sollten bei Blumen und Sträuchern nach Möglichkeit die jeweiligen Wildformen bevorzugt werden, da Neuzüchtungen häufig gefüllte Blüten aufweisen, die für Bienen schwer zugänglich sind. Insbesondere einheimische Gehölze wie Weißdorne, Schlehe und Wildrose ziehen viele Insekten an und können gleichzeitig als dekorative Gartenbegrenzung dienen. Ebenso ansprechend wie nützlich ist auch eine Kräuterspirale mit Lavendel, Salbei, Thymian und anderen Küchenkräutern. Wenn der Platz dafür vorhanden ist, empfiehlt es sich darüber hinaus, in einem Teil des Gartens statt eines Rasens Wiesenblumen auszusähen.
Bienenfreundliche Balkonpflanzen
Selbstverständlich können auch die Blumenkästen auf Terrasse und Balkon so bepflanzt werden, dass Bienen sie gerne besuchen. Auch das kann dazu beitragen, dass die fleißigen Insekten den ganzen Sommer über genügend Nahrung finden. Leider sind viele herkömmliche Zierpflanzen wie beispielsweise Geranien nicht bienenfreundlich. Glücklicherweise gibt es aber viele attraktive Alternativen. Besonders hübsch anzusehen und gleichzeitig sehr einladend für Insekten sind Kapuzinerkresse, Studentenblumen, Wandelröschen und Löwenmäulchen. Auch Margeriten und Lavendel sollten im Blumenkasten nicht fehlen. Je vielfältiger die Blumenmischung ist und je unterschiedlicher die Blühzeiten sind, desto mehr Bienen lassen sich anlocken.
Nistplätze für Wildbienen
Damit sich Bienen im Garten wohlfühlen, benötigen sie aber nicht nur ausreichend Nahrung, sondern auch genügend geeignete Nistplätze, an denen ihre Brut gedeihen kann. Viele Arten brüten in der Erde, aber einige bevorzugen auch Wände, Totholz und Pflanzenhöhlungen. Da in einem gepflegten Garten passende Stellen nur selten zu finden sind, kann ihnen mit einem Insektenhotel geholfen werden. Wer kein fertiges kaufen möchte, kann es auch ganz einfach selbst basteln. Dafür werden lediglich eine Holzbox, Bambusstängel, Kiefernzapfen, Stroh, einige angebohrte weiche Holzstücke und etwas Kaninchendraht benötigt.
Bienen und andere einheimischen Nutzinsekten zu schützen, ist gar nicht schwierig. Mit einer geeigneten Anpflanzung fühlen sie sich im Garten wohl und finden genug zu fressen. Davon profitiert auch der Mensch, denn das selbst angebaute Obst und Gemüse gedeiht dadurch besser und bienenfreundliche Blühpflanzen sind zudem hübsch anzusehen.








